Ambulantes Clearing in Detmold und dem Kreis Lippe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Seit Ende 2015 bieten wir ein ambulantes Clearing für die Perspektiventwicklung von Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen/Asylsuchende(UMF bzw. UMA) an. UMFs, oder besser UMAs wie sie mittlerweile heißen, kommen über unterschiedlichste Wege nach Deutschland, um hier Schutz und Perspektive für ihr Leben und ihre Zukunft zu finden.

Nach der ersten Prüfung entsprechend des § 42 a SGB VIII, die 4 Wochen dauert, soll festgestellt sein, ob die Jugendlichen an dem Ort, wo sie zuerst angekommen sind, verbleiben können oder einer anderen Kommune oder Stadt zugewiesen werden. Verbleiben sie vor Ort, oder kommen sie auf Grund solch einer Zuweisung, setzt ein Clearingverfahren ein, um die individuelle Zukunftsperspektive mit den jungen Menschen zu erarbeiten. Dieses kann die Erlangung eines Aufenthaltsstatus sein mit der Entwicklung realitätsnaher Perspektiven hinsichtlich der zukünftigen Lebensgestaltung, aber auch eine mögliche Rückführung.
Zugewiesene Jugendliche haben häufig diesen Clearingprozess schon begonnen und es sind nur noch letzte Fragen zu klären. Die passende Unterbringungs- bzw. Wohnperspektive ist schon abgeklärt, eine Unterbringung in eine Clearingeinrichtung ist nicht unbedingt mehr erforderlich. Da dort nur bis zur Beendigung des Clearingverfahrens in diesen speziellen Einrichtungen gewohnt werden kann, würde das nach kurzer Zeit wieder einen Umzug mit neuem Wohnumfeld und erneuten Beziehungsabbrüchen bedeuten.

Hier setzt unsere Arbeit ein: Wir prüfen, welche Punke für den erfolgreichen Abschluss des Clearingprozesses noch fehlen und bearbeiten diese Fragen gemeinsam mit den Jugendlichen an einem Wohnort, wo sie längerfristig bleiben können. Dieses kann eine stationäre Wohngruppe aber auch eine eigene Wohnung sein. Die benötigten Stunden werden ambulant als aufsuchende Hilfe durchgeführt. Am Ende steht ein aussagekräftiger Bericht mit allen Antworten für ein erfolgreich abgeschlossenes Clearing.

Selbstverständlich bieten wir auch in diesem Arbeitsfeld ambulante Hilfen zum Beispiel in Form von Erziehungsbeistandschaft an.

Ein weiterer Einsatzbereich für das ambulante Clearing ist die Betreuung und Unterstützung von Unbegleiteten Minderjährigen Ausländern bei Erstaufnahme im Kreis Lippe. Die jungen Menschen werden oft kurzfristig der Kommune zugewiesen, ein Platz in einer Clearingeinrichtung ist nicht immer sofort verfügbar. In einer ersten stationären Aufnahmegruppe mit einer 24 - stündigen Aufsicht und Betreuung werden die Mitarbeiter vor Ort von uns in der Betreuung der Jugendlichen unterstützt. Neben der Gestaltung einer Tagesstruktur durch Sprachkurse und Freizeitangebote wird im Rahmen des ambulanten Clearings das Verfahren direkt begonnen. Dadurch wird gewährleistet, dass keine Zeit vergeht und für jeden Jugendlichen individuell und so schnell wie möglich der Prozess der Perspektiventwicklung beginnen kann. Bei Umzug in eine Clearingeinrichtung werden die schon ermittelten Ergebnisse lückenlos an die Folgeeinrichtung weiter gegeben, so dass direkt mit dem Verfahren fortgesetzt werden kann.



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